So sieht eine Panikattacke bei Staatsanleihen aus

von Lukas Sustala / 04.06.2015

An den an sich liquidesten Märkten Europas, jenen für Staatsanleihen, sind die Preise am Donnerstag massiv abgerutscht.

Man kann eine Warnung auch deutlich schlechter timen. Nouriel Roubini, einer der bekanntesten Krisenökonomen und Dauer-Warner, hat jüngst vor der „Liquiditätszeitbombe“ gewarnt, wie auch im Walkthrough berichtet wurde. Extrem viel Geld, in die Welt gesetzt durch die Zentralbanken, bei gleichzeitig geringer Liquidität an den Finanzmärkten, könnte zu einem Knalleffekt und einem Absturz führen. Am Donnerstag passierte nun das:

Anleihenzinsen in der Eurozone sind nach oben geschnalzt, die Kurse damit deutlich gefallen. Die Bewegung ist für ein paar wenige Tage ziemlich dramatisch. Laut Reuters könnte zeichnet sich die schlechteste Woche für deutsche Bundesanleihen seit der Schaffung des Euros ab.

Nicht nur deutsche Anleihen hat es erwischt, auch die bereits erwähnte 50-jährige österreichische Staatsanleihe hat einen weiteren Tiefschlag bekommen:

Auch in Südeuropa sind die Anleihenturbulenzen nicht ausgeblieben. In der längeren Betrachtung sind die Zinsen zwar noch niedrig, doch die drastische Erhöhung der Zinsen für einen der wichtigsten Kapitalmärkte Europas innerhalb weniger Wochen bleibt dennoch beachtlich:

Und Mario Draghi kündigte auch nach der gestrigen Zinssitzung der Europäischen Zentralbank an, dass die Volatilität auf dem Anleihemarkt hoch bleiben dürfte:

But certainly one lesson is that we should get used to periods of higher volatility. At very low levels of interest rates, asset prices tend to show higher volatility, and in terms of the impact that this might have on our monetary policy stance, the Governing Council was unanimous in its assessment that we should look through these developments and maintain a steady monetary policy stance.