HERBERT PFARRHOFER

Randnotiz

Sonntagsöffnung? Hängt ihn höher!

Meinung / von Lukas Sustala / 28.12.2015

Am Sonntag ereignete sich in Salzburg vermeintlich Dramatisches. Drei ADEG-Großmärkte im Pinzgau und Pongau hatten von 7:00 bis 13:00 Uhr geöffnet. Weil die Feiertage in diesem Kalenderjahr eben besonders ungünstig gefallen sind, beteuerte der Geschäftsführer und verwies auf die Tatsache, dass viele Angestellte freiwillig – dank 100 Prozent Überstundenzuschlag und einem Tag Zeitausgleich – den Sonntagsdienst schieben wollten.

Was die Gewerkschaft von den unternehmerisch flexibel gelebten Ladenöffnungszeiten hält, ist klar. „Wir wollen, dass hier ein Exempel statuiert wird“, fordert der Regionalgeschäftsführer der Gewerkschaft (GPA-djp) Gerald Forcher. Die Gewerkschaft hat daher Beweise gesammelt und eine Anzeige wegen „unlauterem Wettbewerb“ eingebracht. „Wir erwarten Höchststrafen“, sagte Forcher der APA, laut der Nachrichtenagentur „schäumte“ er sogar. Und mit geradezu alttestamentarischem Zorn hofft der Gewerkschafter, dass für ADEG „ein gewaltiges Minus“ durch Sanktionen und Zahlungen entsteht.

Dass es der Gewerkschaft dabei um „Wettbewerb“ geht, darf bezweifelt werden, wie die Causa Zielpunkt zeigte. Aber für den Fall, dass sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer einmal auf Arrangements abseits der aktuellen Arbeitsnormen verständigen, muss man in diesem Land eben mit der Höchststrafe rechnen. So geht Arbeit 2015.