REUTERS/Andrea Comas

Walkthrough

Spanische Unsicherheit, aber noch kein Weltuntergang

von Lukas Sustala / 21.12.2015

Die spanische Wahl sorgt an den internationalen Märkten für Unsicherheit. Österreich steht am Anfang der wichtigsten Urlaubssaison. Wir haben uns angesehen, wie Österreich im internationalen „Urlaubsvergleich“ dasteht. Im Silicon Valley entsteht die Zukunft: warum eigentlich? Ein Walkthrough im Phänomen Geld.

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Spanien: Nach der Wahl ist vor der Unsicherheit. Wahlen spielen im Walkthrough im Phänomen Geld traditionell eher eine kleine Rolle, aber in den vergangenen Tagen haben sich die wirtschaftlich bedeutsamen Wahlen durchaus gehäuft. 2015 haben Griechenland, Portugal und Spanien gewählt. Spanien als größtes Land fällt dabei besonders ins Gewicht. Und die Wahl, die auf ein politisches Patt nach dem Urnengang hinausläuft, hat eher für Unsicherheit gesorgt. Die Zinsen für Spanien, gemessen an den zehnjährigen Renditen, sind am Montag kurz um 15 Basispunkte (0,15 Prozentpunkte) gestiegen.

Spanische Staatsanleihenzinsen seit 2014
Spanische Staatsanleihenzinsen seit 2014
10-jährige Anleihenrenditen
Credits: Factset

Doch langfristig fällt das kaum ins Gewicht, wie die Grafik der spanischen zehnjährigen Renditen seit 2014 zeigt. Von einer Anti-Austeritäts-Angst an den Finanzmärkten kann daher noch keine Rede sein. Wenn aber die Regierungsbildung tatsächlich auf sich warten lassen sollte, beziehungsweise Neuwahlen unausweichlich sein sollten, könnte sich die Bewegung an den Anleihenmärkten noch verstärken. Angesichts der nahezu grenzenlos geschöpften Liquidität der Zentralbanken wären stark steigende Zinsen aber wohl eine wirkliche Überraschung.

Urlaub, analysiert. Die letzten Arbeitstage vor Weihnachten sind angebrochen. Und wir wollen uns auf NZZ.at ein paar Tage mit dem Urlaub beschäftigen. Schließlich haben wir dieses Jahr rund um die Verhandlungen zum Metaller-Kollektivvertrag intensiv über den gesetzlichen Urlaubsanspruch debattiert, über die Erreichbarkeit per Smartphone im Urlaub oder die Sicherheit in verschiedenen Destinationen. Leopold Stefan hat sich in einer großen Analyse angesehen, wie Österreich in Urlaubsfragen dasteht (NZZ.at). Gemessen an den gesetzlichen Urlaubstagen und den Feiertagen ist Österreich „Freizeit-Weltmeister“, und zuletzt hat das die österreichische Arbeitsproduktivität auch nicht mehr stark erhöht. Die Formel „Mehr Urlaub = Mehr Produktivität in den geleisteten Stunden“ hat zuletzt nicht mehr zugetroffen. Dass die geleisteten Arbeitsstunden pro Kopf seit 2000 gesunken sind, dürfte nicht zuletzt auch Mitschuld an der schwachen Reallohnentwicklung haben (NZZ.at).

Ölpreis auf 11-Jahres-Tief. Der Preis für ein Fass Rohöl der Marke Brent war heute zwischenzeitlich so günstig wie seit 2004 nicht mehr. 36 Dollar und 10 Cent pro Fass waren es genau im Laufe des Tages. Dass es sich bei dem günstigen Ölpreis auch um ein von Saudi-Arabien und anderen Ölstaaten finanziertes Konjunkturprogramm handelt, haben wir bereits erörtert (NZZ.at).

Warum im Silicon Valley die Zukunft entsteht, und nicht in Wien. Am Wochenende war das Silicon Valley auf NZZ.at mehrfach Thema. Einerseits haben wir uns angesehen, was das Besondere am „Tal der digitalen Könige“ ist (NZZ.at). Gleichzeitig hat es in Österreich zuletzt eine neue Initiative gegeben, eine Ingredienz des US-amerikanischen Erfolgsmodells eins zu eins auf Österreich zu übertragen. Einen „Accelerator“ wollten die Initiatoren von Startup300 in Österreich bauen (NZZ.at). Warum es dann doch „nur“ ein Business-Angel-Netzwerk geworden ist, hat sich Elisabeth Oberndorfer angesehen.

Alles, nur kein Weltuntergang. Drei Jahre nach dem vermeintlichen Ende der Welt stehen die Aktienmärkte eigentlich ganz gut (Blicklog). Seit dem 21. Dezember 2012 sind die Aktienmärkte in den USA (S&P 500), Europa (Stoxx 600) und Österreich (ATX) bis zu 40 Prozent im Plus. Hinterher hinkt aber der österreichische Leitindex ATX, der sich seit dem prognostizierten Ende der Welt kaum bewegt hat.

Ausblick auf das Aktienjahr 2016. NZZ-Redakteur Michael Rasch hat sich den Ausblick für die Finanzmärkte 2016 angesehen. Ungemach droht dem Aktienmarkt an mehreren Fronten, erwartet er (NZZ.at). Anleger sollten sich auf hohe Volatilität einstellen. Warum? „Die ultraexpansive Geldpolitik der vergangenen sechs Jahre mit Nullzinsniveau und auf Hochtouren laufenden Notenpressen hat viele Probleme lediglich zugedeckt, aber nicht gelöst.“

Free Lunch – Food for Thought

Harald Mahrer, der Jedi der Volkspartei (Zeit).

The Force is strong in this one. 

Interview mit Hans-Werner Sinn: Er sagt mehr oder weniger Überraschendes, etwa „Ich bereue nichts“ und „Ich bin nicht mit dem Bart geboren worden“ (FAZ).

The Best Podcasts of 2015 (World Beta, Meb Faber).

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