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Aufarbeitung der Finanzkrise

USA fordern 14 Milliarden von Deutscher Bank

von Christiane Hanna Henkel / 16.09.2016

In die juristische Aufarbeitung der Finanzkrise zwischen den USA und Deutsche Bank ist Bewegung gekommen. Das Justizministerium fordert nun 14 Mrd. $ von der Bank. Das Geldhaus weist das als viel zu hoch zurück.

Die Deutsche Bank versuchte am Donnerstagabend New Yorker Zeit noch schnell den Schaden zu begrenzen. Es sei richtig, erklärte die angeschlagene Bank, dass das amerikanische Justizministerium (DOJ) 14 Mrd. $ fordere, um eine allfällige Klage im Zusammenhang mit Immobilien-Derivaten beizulegen. Das «Wall Street Journal» hatte kurz zuvor den Primeur über den Ticker geschickt, dass das Justizministerium eben diese extrem hohe Summe fordere.

Diese werde man aber auf gar keinen Fall bezahlen, betonte die Deutsche Bank in ihrer Meldung. Man stünde erst am Anfang der Verhandlungen. Die 14 Mrd. $ seien dabei die Maximal-Forderung des DOJ. Es werde im Endeffekt eine Busse erwartet, die ähnlich hoch sei, wie jene der Konkurrenten.

Aktien von Deutsche Bank sacken ab

Doch die Bemühungen der Deutschen Bank um Schadenbegrenzung zeigten kaum Wirkung: Die Aktien des deutschen Bankhauses sackten am Donnerstagabend um 7% ab. Sie hatten in diesem Jahr bereits 39% ihres Wertes verloren. Bankchef John Cryan hat es bisher nicht fertiggebracht, das Geldhaus in die Gewinnzone zu bringen; immer wieder musste die Bank Milliarden für die Beilegung von juristischen Auseinandersetzungen aufbringen. Jene mit dem amerikanischen Justizministerium steht dabei noch aus. Hier waren bisher zwischen 2 und 3 Mrd. erwartet worden.

Die Auseinandersetzung geht zurück auf die in den Jahren 2005 bis 2007 von der Deutsche Bank emittierten, auf Hypotheken basierenden Derivaten (residential mortgage-backed securities, RMBS). Diese auch von anderen Banken en masse in den Markt gedrückten Papiere verloren im Zuge der Finanzkrise ihren Wert und liessen damit nicht nur die Anleger mit leeren Händen zurück, sondern trieben die Finanzbranche an den Rand des Abgrundes und die Wirtschaft in die Rezession.

Amerikanische Banken bezahlten bereits

Die amerikanischen Banken haben in den letzten Jahren ihre daraus entstandenen juristischen Altlasten bereits aufgearbeitet. Die höchste Strafe hatte die Bank of America auf den Tisch zu legen; die Bank bezahlte 17 Mrd. $. JP Morgan war mit 13 Mrd. $ zur Kasse gebeten worden. Goldman Sachs gelangte als Nachzügler im April zu einer entsprechenden Einigung, die das Bankhaus 5 Mrd. $ kostete.

Nun sind die Europäer dran. Es werden in der nächsten Zeit Einigungen mit Credit Suisse, UBS, Royal Bank of Scotland und Barclays erwartet. Eine Einigung zwischen dem DOJ und Deutsche Bank könnte hier richtungsweisend sein.