Ver-rückte Perspektive auf Griechenland

von Lukas Sustala / 11.06.2015

Im Schuldenstreit mit Athen gibt es noch keine Lösung. Sechs Argumente gegen ein Bargeldverbot. Und Charts zu Weltwirtschaft und Ölmarkt. Ein Walkthrough im Phänomen Geld.

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Kleines Griechenland wirft großen Schatten. Die Verhandlungen um Griechenland haben wenig Neues zutage gefördert, und trotzdem hat das Thema einen weiteren europäischen Gipfel überschattet (NZZ.at). Ökonomisch gesprochen dreht sich die Debatte in der Eurozone um ein sehr kleines Land, das gerade einmal 1,7 Prozent zur aktuellen Wirtschaftsleistung beiträgt. Das wäre vergleichbar mit einer Serie an österreichischen Krisentreffen und Gipfelbeschlüssen, die sich mit dem Waldviertel oder der östlichen Obersteiermark beschäftigen. Diese Regionen haben volkswirtschaftlich ungefähr dieselbe wirtschaftliche Bedeutung für Österreich wie Griechenland für die Eurozone (NZZ.at).

Sechs Argumente gegen ein Bargeldverbot. Es gibt sechs gute Gründe für Bargeld: Schutz der finanziellen Privatsphäre, Schutz vor Exzessen der Geldpolitik, Schutz vor Risiken der Geschäftsbanken, Schutz von Minderheiten, Schutz vor übermäßigem Konsum und Schutz vor Betrug (NZZ.at). Der Leiter des NZZ-Ressorts Michael Rasch hat zusammengetragen, warum Bargeld mehr als nur „geprägte Freiheit“ ist.

Chinas Abschwung. China wird schneller normal als vielen lieb ist. Chinas Wirtschaft hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine Entwicklung hingelegt, die sich nicht an wirtschaftliche Gesetze zu halten schien. Nun schwächt sich aber die Wirtschaft ab (NZZ.at). Unternehmen in der EU sehen damit neue Herausforderungen im Reich der Mitte.

Weniger Wachstum für alle. Die Weltbank hat in ihrer neuen Wirtschaftsprognose nicht nur, aber auch wegen China ihre Wachstumserwartung zurückgenommen, die Weltwirtschaft werde 2015 um 2,8 Prozent statt bisher erwartete drei Prozent wachsen. Einige Schwellenländer werden sich etwas langsamer entwickeln, etwa wegen dem Rückgang der chinesischen Nachfrage nach Rohstoffen aus Brasilien oder Australien (Weltbank).

Einige Charts zum Ölmarkt. Der Erdölkonzern BP hat sein neues statistisches Jahrbuch zum Energiemarkt veröffentlicht. Es zeigt die tektonischen Plattenverschiebungen auf, die in den vergangenen Jahren den Öl- und Gasbereich erschüttert haben. Die reiche Datenquelle lohnt jedenfalls einen Blick.

Was tun mit dem Geld? Robert Shiller und Marc Faber (Think Beyond the Obvious)

Verkauf, auch mit Verlust. Die britische Regierung will die Royal Bank of Scotland wieder privatisieren. Auch mit einem Verlust (Spiegel).

Neue Untersuchungen, wie Staatsanleihenkäufe wirken können (VoxEU).