Von Arbeitsmarktmisere bis Zinscrash

von Lukas Sustala / 08.05.2015

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Es wirkt wie eine unheilige Allianz der Hiobsbotschaften. Der österreichische Arbeitsmarkt ächzt unter der anhaltenden Wirtschaftsschwäche und dann kommt der Crash auf den Anleihenmärkten auch noch dazu, der in Deutschland seinen Ausgang nahm, aber längst auch heimische Anleihen erfasst hat. Droht also nach einer Korrektur auf dem Markt für fest verzinste Wertpapiere, der derzeit auch die Titelseiten internationaler Zeitungen dominiert, ein Schlag für die Wirtschaft?

Nicht unbedingt, die Nachricht könnte auch ihr Positives haben. Denn hohe Staatsanleihenkurse und dementsprechend extrem niedrige langfristige Zinsen waren in der Vergangenheit ein sicheres Anzeichen der kommenden Stagnation. Wenn also nun die Zinssätze in der Eurozone wieder steigen, könnte es damit zu tun haben, dass der Glaube an einen wirtschaftlichen Wendepunkt in der Eurozone bei Investoren Zulauf gewinnt. Doch für so viel Optimismus ist es wohl verfrüht, sind es doch gerade auch die gestiegenen Ölpreise, die für steigende Zinsen sorgen.

Dabei wäre ein Wachstumsimpuls gerade in Österreich absolut vonnöten. Die Arbeitslosigkeit ist zuletzt auf 420.000 gestiegen, und sie droht auch nicht vor der Marke von 500.000 Arbeitslosen Halt zu machen. Abhilfe könnte hier wiederum vor allem ein höheres Wachstum schaffen, doch das scheint aktuell in weiter Ferne. In jedem Fall heißt es in der Arbeitsmarkt-Geschichte: To be continued.