Feiern beim Woodstock der Kapitalisten und ein Gender-Gap bei der Geldanlage

von Lukas Sustala / 04.05.2015

40.000 Anleger feiern Warren Buffett. Der Rubel rollt nicht mehr auf dem Wiener Immobilienmarkt. Und ein Mini-Crash hat den Anleihenmarkt erschüttert. Ein Walkthrough im Phänomen Geld.

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Von Woodstock lernen heißt Anlegen lernen. 50 Jahre lang hat Warren Buffett eine unvergleichliche Erfolgsgeschichte geschrieben, die am Wochenende beim „Woodstock der Kapitalisten“, der Hauptversammlung des Konglomerats Berkshire in Omaha, gefeiert wurde (NZZ.at). Investorenlegende Buffett und sein Kollege Charlie Munger haben aus einem angeschlagenen Textilkonzern einen integrierten Konzern mit mehr als 350 Milliarden Dollar Marktwert geformt. Es gibt zwar viele Fragen zur Zukunft von Berkshire Hathaway, weil Regulatoren genauer beim Versicherungsgeschäft nachschauen oder die Nachfolgefrage für das Führungsduo im fortgeschrittenen Alter im Raum steht. Aber eine Erfolgsgeschichte bleibt Berkshire nichtsdestotrotz, die zeigt, dass Geduld, Recherche und Risikobereitschaft zu den wichtigsten Zutaten auf dem Aktienmarkt zählen:

Wenn der Rubel nicht mehr rollt. Der Wiener Immobilienmarkt ist Thema eines „Buying Guides“ der Financial Times gewesen (FT, Paywall). Auch wenn internationale Investoren anscheinend die Offenheit für ausländisches Kapital schätzen, hat die Krise in Russland vor allem dem obersten Preissegment auf dem Wiener Immobilienmarkt zugesetzt.

Ein Platzen oder ein Zischen? Wir haben uns pünklich zum Blitzcrash an den Bondmärkten mit der Frage beschäftigt, ob die Anleihemärkte vollkommen ins Wunderland einer nicht nachhaltigen Blase gerutscht sind – erstmals in Video-Form (NZZ.at). Der Anleihencrash der letzten Woche lässt sich daher an den zehnjährigen Zinsen gut ablesenSteigen die Zinsen, dann fallen die Preise der Staatsanleihen. . Die Zinsen bleiben zwar extrem niedrig, vom Platzen einer Blase kann man also noch nicht wirklich reden, aber die Bewegung der vergangenen Woche war in jedem Fall deutlich:

Gender Gap, Investment-Edition. Männer und Frauen investieren höchst unterschiedlich. Was sie voneinander lernen können (WSJ). Frauen sind zwar sparsamer und legen mehr auf die Seite, aber Männer sind bereit, mehr Risiken einzugehen.

Wonnemonat Mai, mitnichten. Der Mai ist statistisch ein schlechter Börsenmonat. Hier können Sie unseren aktuellen Podcast dazu nachhören (NZZ.at).

Ende des chinesisch-amerikanischen Währungskriegs? Der Internationale Währungsfonds bessert offenbar seine Sicht zu China nach. Die chinesische Währung ist demnach nicht mehr unterbewertet, ein Vorwurf, den besonders US-Ökonomen immer wieder ins Feld geführt haben (WSJ, Paywall). China hat über Jahre seine Währung, den Renminbi, billig gehalten, um die eigene Exportindustrie zu unterstützen.

Ende des chinesischen Booms? Neue Daten zur chinesischen Industrie zeigen gleichzeitig, dass die Säule des zwei Jahrzehnte dauernden Booms, die Industrieproduktion, zunehmend Probleme bekommt. Der Einkaufsmanagerindex von HSBC/Markit, ein Maßstab dafür, wie gut Klein- und Mittelbetriebe dastehen, ist im April auf 48,9 Punkte gefallen (Bloomberg). Werte von unter 50 zeigen eine Schrumpfung an.

Streit um die Österreichische Schule der Nationalökonomie. Hätten wir nur auf Ludwig von Mises gehört. Eine Replik von Niko Jilch auf Armin Thurnher.

Teure Medizin. Bei extrem teuren Pharma-Produktionen stoßen die heimischen Krankenkassen an ihre Grenzen (Die Presse).

EU-Skepsis, allgegenwärtig. Vor der britischen Wahl stellt Wolfgang Münchau fest, dass alle Parteien EU-skeptisch sind (FT, Paywall): 

My own view is that Brexit happened a long time ago, during the negotiations on the Maastricht treaty in 1991, when Britain obtained an opt-out from the single currency. It was the euro that has been driving Britain away from the mainstream, but the isolation now extends beyond the single currency.