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Videokommentar

Was hat Mario Draghi mit dem 500-Euro-Schein vor?

von Lukas Sustala / 02.05.2016

Die Europäische Zentralbank könnte am Donnerstag eine wichtige geldpolitische Weichenstellung vornehmen und den Anfang vom Ende des größten Geldscheins in der Eurozone einläuten. Doch warum fordern eigentlich Ökonomen die Abschaffung des 500-Euro-Scheins? Was kann seine Abschaffung bewirken? Ein Videokommentar.

Bei der EZB-Sitzung am Donnerstag?

Am Donnerstag, dem 5. Mai, ist es möglicherweise so weit. Die Europäische Zentralbank könnte dann eine geldpolitische Entscheidung treffen, die diesen hier betrifft: den 500-Euro-Schein. Knapp 300 Milliarden Euro an 500-Euro-Scheinen sind in Umlauf. Man könnte meinen, dass der Geldschein mit dem höchsten Geldwert an der wirtschaftlichen Krise Schuld ist, denn einige Ökonomen fordern seine Abschaffung.

Warum soll der 500er verschwinden?

Zwei Argumente gibt es für die Abschaffung für Ökonomen wie Willem Buiter. 1. Kriminalität. Geldscheine mit hohem Wert seien besonders beliebt bei Kriminellen und würden damit Geldwäsche Steuerhinterziehung und Ähnliches fördern. 2. Ökonomie. Wenn die Geldpolitik die Zinsen auf null oder sogar unter null senkt, dann ist Bargeld plötzlich eine attraktive Alternative. Man müsse also Bargeld einschränken oder abschaffen, damit Sparer die Zinspolitik nicht aushebeln können.

Und wird die Abschaffung des 500ers etwas bringen?

Er wird ja nicht die Rolle als gesetzliches Zahlungsmittel verlieren, aber nicht mehr neu ausgegeben, wie übrigens schon 2015 und 2016 nicht mehr. Allzu große Hoffnungen auf einen Investitionsboom sollte man sich wohl nicht machen. Wenn sich eine Investition nicht gegen die Alternative eines 500-Euro-Scheins durchsetzen kann, vielleicht ist sie dann einfach eine schlechte Idee.


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