Wie ein Analyst einen Schuh nach Raiffeisen wirft

von Lukas Sustala / 23.01.2015

Raiffeisen hat am Freitag wohl das genaue Gegenteil von einem #ff von der Großbank JPMorgan bekommen. Deren Bankanalysten haben in einer zehnseitigen Studie ein Worst-Case-Szenario für die Bank, zusammen mit einer Verkaufsempfehlung (Underweight) veröffentlicht. Im Bloomberg-Interview vergleicht JPMorgan-Analyst Axel Finsterbusch (!) die Raiffeisen-Struktur zudem mit einem „Set von Domino-Steinen“. Bei der Raiffeisen müsste man daher auf die nächste Hiobsbotschaft warten („wait for the other shoe to drop“):

Konkret warnt Finsterbusch, dass die Krisen in der Ukraine und Russland bei einer möglichen Abschreibung die Finanzierungslage bei Raiffeisen weiter einschränken dürften. Der Domino-Effekt rühre daher, dass die Raiffeisen-Struktur (Landesbanken als Eigentümer der RZB und damit der RBI) dazu führen könnte, dass die RBI bei Verlusten dekonsolidiert werden könnte. JPMorgan beziffert den Schaden drei Prozentpunkten Kernkapitalverlust:

Under such scenario, we consider that RZB may have to deconsolidate RBI and the associated impact could leave this entity below the minimum regulatory requirements.

Die RBI wollte Bloomberg gegenüber „unrealistische“ und „hypothetische“ Szenarios nicht diskutieren. Aber die Konsequenz an den Kapitalmärkten war klar: Die Raiffeisen Bank International ist an der Börse mit einem Minus von 9,69 Prozent abgestraft worden. Die JPMorgan-Studie und die verschärfte Sicherheitslage in der Ukraine dürften wesentlich dazu beigetragen haben.