Wie Fracking die Welt erschüttert hat

von Lukas Sustala / 12.06.2015

Die gestiegene US-Ölproduktion hat die globalen Energiemärkte aufgewirbelt. Ein paar Charts zum Stand der Energierevolte.

Der Energiemarkt hat eine tektonische Plattenverschiebung hinter sich. Während Fracking als neue und riskantere Fördermethode in den USA gerade wegen tatsächlicher Erdbeben für Aufregung sorgt, sorgte es auf dem Weltmarkt für Energie für ein ganz anderes Beben, in Form purzelnder Ölpreise. Das zeigt die statistische Datensammlung des Öl- und Gasgiganten BP.

Zum vierundsechzigsten Mal hat der Konzern Daten zu Produktion, Konsum und Reserven der wichtigsten Energieträger zusammengesammelt. Und man muss kein studierter Geologe sein, um die Erschütterungen zu erkennen, die Fracking und die Förderung von Schieferöl und Schiefergas in den USA ausgelöst haben. Der Ölpreiszerfall des Vorjahres, als ein Fass Rohöl plötzlich 50 Prozent weniger kostete, ist gerade auf die gestiegene US-Produktion zurückzuführen:

Gerade die Ölquellen in den USA sprudeln
Gerade die Ölquellen in den USA sprudeln

Doch auch die Nachfrage ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Das Plus kommt insbesondere aus Asien. Alleine in China hat sich der Ölkonsum seit 1995 mehr als verdreifacht, von 3,4 Millionen Fässer pro Tag auf über elf Millionen Fässer 2014. Chinas Anteil am weltweiten Ölverbrauch stieg so von fünf auf über 12 Prozent.

Wer braucht das ganze Öl?
Wer braucht das ganze Öl?

Die gestiegene Produktion und kaum mehr Konsum haben die US-Wirtschaft in den vergangenen fünf Jahren deutlich unabhängiger von Ölimporten gemacht.

Die USA werden von Importen unabhängiger – Europa nicht
Die USA werden von Importen unabhängiger – Europa nicht

Wenn die US-Produktion hoch bleibt, dürften sich auch österreichische Autofahrer freuen. Denn an den heimischen Zapfsäulen haben sich die Preise laut Daten des Autofahrerclubs ÖAMTC durchaus eng am Preis auf dem Weltmarkt bewegt:

Heimische Tankpreise bewegen sich mit dem Weltmarkt
Heimische Tankpreise bewegen sich mit dem Weltmarkt