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Wien startet zweiten Anlauf für Schuldenrückkauf

von Matthias Benz / 06.09.2016

Beim zweiten Anlauf soll das Angebot an die Gläubiger der ehemaligen Hypo Alpe Adria gelingen. Österreichs Finanzminister Schelling geht von einer Zustimmung aus. Kärnten würde doch noch gerettet.

Österreich hat einen zweiten Anlauf gestartet, um einen Schlussstrich unter das Debakel um die Hypo Alpe Adria (heute: Heta) zu ziehen. Am Dienstag lancierten der Bund und das Land Kärnten ein aufgebessertes Rückkaufangebot für die Heta-Anleihen. Im März war ein erstes Angebot am Widerstand der Gläubiger – hauptsächlich deutsche Banken und Versicherer – gescheitert.

Jetzt werden ihnen bessere Konditionen offeriert. Die meisten Gläubiger, die insgesamt 11 Mrd. € an Heta-Anleihen halten, sollen rund 90% ihres Geldes zurückerhalten. Der österreichische Finanzminister Schelling hatte betont, man werde nur ein zweites Angebot machen, wenn eine Annahme durch die Gläubiger gesichert sei. Jetzt ist man offensichtlich davon überzeugt. Tatsächlich haben die grössten Gläubigergruppen Zustimmung signalisiert. Die Angebotsfrist läuft bis am 7. Oktober.

Die Neuauflage des Angebotes bedeutet, dass Kärnten doch noch gerettet wird. Das Bundesland hatte enorme Haftungen für die Hypo übernommen, es drohte der Konkurs. Die Kärntner müssen nun aber nur für einen geringen Teil ihrer Verfehlungen geradestehen, nämlich mit 1,2 Mrd. €. Den Grossteil der Kosten übernimmt der Bund. Konsequenzen aus dem Debakel wie ein Insolvenzrecht für Bundesländer sind bisher nicht gezogen worden.