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Übernahmepoker

William Hill: Pokern um das britische Wettspiel

von Andreas Hippin / 10.08.2016

Auch Wettfirmen spüren einen Zwang zur Grösse. Die Konsolidierung der Branche schreitet als Reaktion auf neue Steuern und nötige Investitionen in Marketing und Technologie rasant voran.

Der grösste britische Buchmacher, William Hill, hat ein 3,2 Mrd. £ schweres Übernahmeangebot des Kasinobetreibers Rank Group und des Online-Glücksspielunternehmens 888 zurückgewiesen. Wie der Vorstand des FTSE-250-Unternehmens mitteilte, wird William Hill durch die „opportunistische Offerte“ substanziell unterbewertet. Die komplexe Transaktion berge grosse Risiken für die Aktionäre, sowohl bei ihrer Ausführung als auch bei der Zusammenführung der beiden Firmen und durch die daraus resultierende höhere Verschuldung, sagte Gareth Davis, der Vorsitzende des 1934 gegründeten Unternehmens. Rank betreibt neben 90 Mecca-Bingohallen auch 60 Grosvenor-Kasinos. 888 hatte im vergangenen Jahr ein Übernahmeangebot von William Hill zurückgewiesen.

Auch Wettfirmen spüren einen Zwang zur Grösse. Die Konsolidierung der Branche schreitet als Reaktion auf neue Steuern und nötige Investitionen in Marketing und Technologie rasant voran. Die irische Paddy Power schloss sich im Februar mit der britischen Betfair zusammen. Ladbrokes will den Finanzinvestoren Candover Investments, Cinven and Permira den Rivalen Gala Coral abnehmen. Die Wettbewerbshüter haben für die Genehmigung des 2,3 Mrd. £ schweren Deals zur Auflage gemacht, dass sich das fusionierte Unternehmen von bis zu 400 Niederlassungen trennt. Dennoch hätten die beiden Rivalen gemeinsam mehr Filialen als der heutige Platzhirsch William Hill.

Von der Übernahme von William Hill versprechen sich 888 und Rank jährliche Einsparungen von 100 Mio. £. William Hill hat Nachholbedarf in Sachen Internet und Mobile Gaming. Rund ein Drittel des Erlöses wird online erwirtschaftet, aber das Unternehmen kommt in dem wachsenden Markt nicht voran.