Angst vor Aluminium: Heeres-Essgeschirr gesperrt

von Moritz Moser / 18.03.2015

Ein Soldat der Garde hat im Dezember Aluminiumabrieb bei seinem Essgeschirr festgestellt, das Heer sperrt nun aus Gesundheitsgründen alle Verpflegungsbehälter aus dem Leichtmetall.

Die zuständige Fachabteilung im Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport habe nach dem Verdachtsfall sofort Testungen im Amt für Rüstung und Wehrtechnik durchgeführt. „Das endgültige schriftliche Testergebnis wird für Ende des Monats erwartet.“ Nach dem ersten Zwischenergebnis könne jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass der zulässige Grenzwert überschritten wurde. Daher seien die Essgeschirre sofort gesperrt und vorübergehend durch Einweg-Geschirr ersetzt worden.

„Das Essgeschirr der Soldaten des Bundesheeres besteht aus drei Teilen und dient dazu, dem Soldaten das Essen von warmer Verpflegung auch im Feld zu ermöglichen.“

Die Essgeschirre werden seit 1967 beim Bundesheer verwendet. Erst 2011 wurde die letzte Bestellung über 10.000 Stück in Auftrag gegeben. Bei der Firma ordert auch die deutsche Bundeswehr. In der Ausschreibung seien die Grenzwerte für den Abrieb festgeschrieben worden. Ob diese eingehalten worden seien, sei ebenfalls Gegenstand der laufenden Untersuchung. Das Heer prüfe gegebenenfalls Schadenersatzansprüche gegen die Lieferfirma.

Von der Sperre seien etwa 100.000 Stück Essgeschirr betroffen, vermeldete das Bundesheer in einer Aussendung. Entwarnung gibt es für das Feld-Essbesteck, die Feldflasche und der Trinkbecher. Das Essbesteck und der Trinkbecher sei aus Chrom-Nickel, die Feldflasche bestehe aus Plastik.

Die Gefährlichkeit von Aluminium für die menschliche Gesundheit ist seit längerem umstritten. Das Gesundheitsministerium empfahl 2014, vorsorglich auf die Verwendung von aluminiumhaltigen Kosmetikprodukten zu verzichten.