ORF, ZIB1

Glosse

Die 12 Schritte der Selbsthilfegruppe Faymann-Häupl

von Lukas Sustala / 29.04.2016

In der „Zeit im Bild“ waren am Donnerstagabend gleich zwei Vertreter im Bild, die sich selten zusammensetzen, wenn eine Fernsehkamera auf sie gerichtet ist. Bundeskanzler Werner Faymann und Bürgermeister Michael Häupl wiesen jeden Anschein einer Krise in der SPÖ von sich und kritisierten den „Austausch von Befindlichkeiten“, mit dem auch mächtigere Parteimitglieder über die Medien einen inhaltlichen Streit anfachten.

Die SPÖ sei keine „Selbsthilfegruppe“, sagte der Kanzler, doch was von ihm und dem Bürgermeister kam, klang dann doch danach. Sie sollten sich an die berühmten 12 Schritte der wohl wichtigsten Selbsthilfegruppe halten, die von Problemerkennung bis Fehlervermeidung reichen:

  1. Es gibt keine Personaldiskussion.
  2. Wir waren bei den verlorenen Wahlen machtlos, weil internationale Themen unsere soziale Kompetenz überlagert haben.
  3. Wir müssen besser kommunizieren, was wir für die Menschen erreichen.
  4. Nur der Zusammenhalt in der Partei kann die Antwort auf die Krise sein.
  5. Gewählt ist gewählt. Das ist die wichtigste Disziplin.
  6. Wir dürfen nicht abhängig vom Boulevard sein – es muss wieder umgekehrt sein.
  7. Fairness muss für alle gelten, auch für den Umgang mit dem Parteivorsitzenden.
  8. In einer großen Partei gibt es viele Meinungen, die man nicht laut aussprechen sollte.
  9. Wir bitten die Parteimitglieder demütig, unsere Fehler hinzunehmen.
  10. Dafür versprechen wir, sie bei Postenbesetzungen niemals zu vergessen.
  11. Wir halten uns an Parteitagsbeschlüsse, außer sie betreffen das Burgenland.
  12. Wir vergessen niemals Punkt 1.