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Randnotiz

Ein Blick in die Zukunft: Lukas, Luca und Luis!

von Julia Herrnböck / 31.12.2015

Wir schreiben das Jahr 2019, ein Spielplatz in Berlin-Brandenburg. „Lukas!“, „Luca!“, „Luis!“ tönt es von den Bänken, auf denen sich die Eltern verschanzt haben. Sieben Jungen kommen angelaufen. Sie alle wurden im Jahr 2015 geboren, ihre Namen befinden sich alle in den Top Ten der beliebtesten Babynamen Deutschlands. Da werden auch die Neujahrsbabys so schnell keine Trendwende einleiten. Die Lukasse werden sich vielleicht noch im Sandkasten in Milas verlieben, die 2015 das erste Mal ins Ranking Einzug nahmen, und die Pauls, Finns und Jonasse Deutschlands verfallen möglicherweise im Laufe ihrer Vorschulkarriere einer Mia, Emma oder Lena.

Auch in Österreich herrscht bei der Hitliste der Kindernamen eher ein Einheitsbrei – Lukas ist auch hier ein All-Time Favorite seit nun mehr 18 Jahren bei den Buben, Anna ist immer bei den beliebtesten Mädchennamen dabei, Sophia, Lena und Sarah gelten seit Jahren als Klassiker. Ein Blick in die Liste der Namen aus dem Jahr 2014 der Statistik Austria birgt aber auch einige Schätze.

So kommen aus diesem Jahrgang 14 Romeos, die 516 Julias erobern können. 512 Emils und 66 Kevins erblickten das Licht der Welt, 5 Edens und immerhin 30 Franz. 51 Lionels befinden sich in der Liste, 20 Jennifers und 7 mal der Name Elvis. Österreichische Eltern bemühen sich aber auch um die Abwandlung von Namen, wenn sie Verwechslungen am Spielplatz ausschließen wollen. 2014 wurden immerhin mehr als 5 Mädchen wie folgt genannt: Lia, Liah, Liana, Liara, Lijana, Lilia, Liliana, Liliane, Lilien, Lillith, Lilli, Lilly und Lily.

Deutschland ist weit liberaler, was ungewöhnliche Namen anbelangt. So erlaubte das Oberlandesgericht Frankrfurt 2011, dass ein Bub mit drittem Vornamen „Bock“ genannt werden durfte, ein Paar aus Niedersachsen taufte die Tochter „Emma Tiger“ nach dem Vorbild des Schauspielers Til Schweiger. Mit Namen von Sportvereinen wie Borussia konnte sich bisher noch niemand durchsetzen.

In Österreich hingegen muss nur der erste Vorname dem Geschlecht entsprechen. Können sich die Eltern nicht einigen, gibt es zwei Möglichkeiten: Das zuständige Standesamt verständigt das Pflegschaftsgericht oder sie werden mittels „Vienname“ fündig, einer App, die bei der Namensgebung helfen soll. Dort gibt es sogar einen Zufallsgenerator, basierend auf den Daten der Stadt Wien.

Kollege Lukas Sustala hat im vergangenen Jahr ausgerechnet, dass in den Vorständen der ATX-Unternehmen doppelt so viele Peters wie Frauen insgesamt vertreten sind. Es sind auch in Summe mehr Franz und Wolfgangs dabei. Hoffentlich sind es in einigen Jahren nicht einfach nur mehr Finns und Maximilians in der Chefetage, sondern gleich viele Emmas und Mias. Der Trend geht jedenfalls in diese Richtung.