Hans Klaus Techt/APA

Randnotiz

Ein Schelm, wer Grasser dabei dankt

Meinung / von Moritz Moser / 01.08.2016

Heide Schmidt wählt übrigens Alexander Van der Bellen. Wenig überraschend hat diese Nachricht keine Berichterstattungsflut in den heimischen Medien ausgelöst. Dass die Ex-Chefin des LIF ihre Stimme dem grün-liberalen Wirtschaftsprofessor gibt, erstaunte wohl nur wenige. Die Tatsache, dass ein freiheitlicher Ex-Minister den freiheitlichen Kandidaten wählt, sollte eigentlich ebenso erwartbar sein, sogar wenn Ersterer Karl-Heinz Grasser heißt.

Allerdings hat es eine entsprechende Aussage des Finanzministers a.D., der sich derzeit mit einer Anklage zur BUWOG- sowie zur Terminal-Tower-Affäre konfrontiert sieht, in praktisch jedes Inlandsmedium geschafft. Sein Wahlbekenntnis legte er gegenüber der Zeitung Österreich ab, Grasser hat die Authentizität des Interviews bislang nicht bestritten.

Dass die Redaktionen der Republik die entsprechende APA-Meldung an meist prominenter Stelle lancierten, hat natürlich nur mit deren Berichterstattungswert zu tun und nichts mit der Tatsache, dass viele Journalisten Hofer für den eindeutig schlechteren Kandidaten halten.

Bevor man in noch einem Kommentar Kritik an Hofers Haltungen übt, haut man ihm lieber die Stimme eines Mannes um die Ohren, dessen Beliebtheitswerte jenen von Kim Jong-un in Südkorea gleichen, so ganz objektiv und ganz ohne Hintergedanken. Das sollte man durchaus kritisch sehen, vor allem, wenn man es vielleicht selber so gemacht hätte.