Arbeitslosigkeit

Immer mehr, immer länger ohne Job

von Gerald Gartner / 01.12.2015

Im November waren fast 360.000 Menschen arbeitslos. Etwa jeder Achte (13 Prozent) ist es seit mehr als einem Jahr. Die vier wichtigsten Fragen zur Langzeitarbeitslosigkeit, beantwortet in vier Charts.

Ist das noch normal?

Nein. 13,3 Prozent sind der höchste Wert im Zehn-Jahres-Vergleich. Bis zum Beginn dieses Jahres pendelte der Anteil der Langzeitarbeitslosen zwischen zwei und vier Prozent. Diese Personen hatten weder Schulungen noch sonstige kurzeWeder Schulung noch Beschäftigung dürfen länger als 28 Tage gedauert haben Beschäftigungen. Theoretisch könnte diese Zahl nahe null sein, wenn das AMS Mittel hätte, um jeden vorgemerkten Arbeitslosen in Schulungen zu schicken. Auslöser für den Anstieg ist, dass das AMS längere Schulungen fördert, dafür aber insgesamt weniger anbietet.

Welche Altersgruppe fällt auf?

Die Werte blieben im Allgemeinen eher konstant, bei den 55- bis 59-Jährigen sowie bei den über 60-Jährigen schwankt die Quote der Langzeitarbeitslosen am meisten.

Welche Unterschiede gibt es in der Statistik zwischen Männern und Frauen?

Männer sind tendenziell eher länger als ein Jahr arbeitslos als Frauen. Bei Männern sind es 15,3 Prozent aller Vorgemerkten, bei Frauen 10,7 Prozent. Zuwächse und Rückgänge verlaufen parallel, außer während der Hauptphase der Wirtschaftskrise zwischen 2007 und 2009 bei Frauen.

Wo leben die meisten Langzeitarbeitslosen?

In Wien. 16.825 Menschen sind in Wien länger als ein Jahr arbeitslos. Relativ gesehen ist Niederösterreich Spitzenreiter. Dort sind 21,1 Prozent aller Vorgemerkten langzeitarbeitslos. Am niedrigsten ist der Anteil der Langzeitarbeitslosen in den westlichen Bundesländern. Den besten Wert hat Salzburg.

Warum ist das so problematisch?

Langzeitarbeitslosigkeit bedeutet oft auch den Verlust von Fähigkeiten und Motivation. Die Chance, aus einem Milieu herauszukommen, in dem Arbeitslosigkeit der Normalzustand ist, schwindet. Die Menschen entfernen sich immer weiter vom Arbeitsmarkt. Menschen, die zumindest kurzzeitig in Schulungen waren, sind leichter erreichbar. Langfristig droht volkswirtschaftlich die Zunahme von struktureller Arbeitslosigkeit.