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Tag für Tag: 290.000 Flüchtlinge seit September

von Moritz Gottsauner / 20.10.2015

Seit Anfang September, als die ersten Züge aus Ungarn in Wien ankamen, hat die Polizei rund 290.000 Flüchtlinge an den österreichischen Grenzen erfasst. Grenzschließungen verringern die Zahlen nur kurzfristig. 

Zu jedem Zeitpunkt warten in Österreich Polizisten an Grenzübergängen, deren wichtigste Aufgabe es ist, „Stricherllisten“ zu führen. Sie zeichnen auf, wie viele Flüchtlinge die Grenzen überqueren. Tag und Nacht, der Flüchtlingszustrom kennt keine Dienstzeiten. Die Landespolizeidirektionen fassen die Zahl der Ankünfte pro Tag an den verschiedenen Übergängen zusammen. Glaubt man den Zahlen, sind mindestens 290.000 Flüchtlinge in den vergangenen eineinhalb Monaten in Österreich angekommen. Dazu dürfte es eine Dunkelziffer nicht erfasster Personen geben.

Dass nur ein kleiner Bruchteil der Flüchtlinge in Österreich bleibt, ist weithin bekannt. Nur die Flüchtlingsroute hat sich in den vergangenen Tagen zum zweiten Mal geändert. Das erste Mal hatte Ungarn den Grenzzaun zu Serbien geschlossen und tausende Flüchtlinge in Bussen nach Österreich transportiert. Wie die Grafik zeigt, brachen kurz darauf die Zahlen ein, nur um wenige Tage später wieder das ursprüngliche Niveau zu erreichen – die Flüchtlinge gelangten nun über Kroatien nach Ungarn.

Doch die Ausweichroute ist jetzt auch keine Option mehr. Mit der Schließung der ungarischen Grenze zu Kroatien haben sich die Ankünfte in Österreich wieder schlagartig verringert. In Nickelsdorf zum Beispiel wurde am Sonntag und Montag kein einziger Flüchtling mehr gezählt. Wenn wir aber eines aus der ersten Grenzschließung im September lernen können, dann, dass die Zahlen bald wieder ansteigen werden. Laut APA sind am Montag 4.280 Menschen angekommen, nicht im Burgenland, sondern in den steirischen Gemeinden Spielfeld und Bad Radkersburg. Sie liegen jetzt direkt auf der Flüchtlingsroute.