Collage Google Earth

Politikum Namensgebung

Zwischen Renner-Ring und Zawrel-Schule

von Moritz Moser / 20.06.2016

Ob Friedrich-Zawrel-Schule oder Karl-Renner-Ring, die Namensgebung für öffentliche Orte ist häufig ein Politikum.

Video: Lukas Wagner

Eine Neue Mittelschule in Wien-Landstraße hat den Namen von Friedrich Zawrel erhalten. Er war als Jugendlicher in die Fänge der NS-Euthanasie geraten und entkam dem am Spiegelgrund mordenden Arzt Heinrich Gross nur knapp. Nach Kriegsende hielt sich der Jugendliche mit Kleinkriminalität über Wasser, weswegen er verurteilt und von seinem einstigen Peiniger Gross als Rückfalltäter eingewiesen wurde. Zawrels Vorstrafen wurden später vom Bundespräsidenten getilgt. Die Landstraßer FPÖ bezeichnete ihn im Vorfeld der Schul-Umbenennung dennoch als „Verbrecher“, der kein Vorbild für Jugendliche sei.

Der Fall Zawrels ist beispielhaft dafür, wie Namensgebungen für Straßen, Plätze und Gebäude zum Politikum werden können. Bei der Umbenennung des Lueger-Ringes legte sich die FPÖ ebenso quer, das Denkmal für den als Antisemiten bekannten Wiener Bürgermeister erhielt kürzlich eine Zusatztafel, die seine Geschichte erklärt. Welche Umbenennungen noch für Aufregung sorgten, erfahren Sie hier.