Facebook/Berndt Querfeld

Das Leid der Gastronomen

In Wien darf man noch nicht draußen sitzen

von Yvonne Widler / 09.02.2016

Erst wenn der letzte Wirt das Hangerl geworfen hat, wird man draufkommen, dass immer zu Hause bleiben eigentlich langweilig ist.

So lautet einer der zahlreichen Kommentare unter dem Foto, das Landtmann-Chef Berndt Querfeld kürzlich auf Facebook gepostet hat. Es zeigt das sonnige Wien im Februar, den leeren Schanigarten seines Lokals, und eine süffisante Nachricht an seine Gäste, die offenkundig zeigen soll, was er von den hiesigen Gastronomie-Regelungen hält. Er – um in Facebook-Emotionen zu sprechen – fühlt sich „annoyed“. Denn erst ab 1. März darf er den Schanigarten öffnen. So will es das Gesetz. Absurd, finden viele. Eine weitere Schikane unter vielen.

Schanigarten-Regelung, Barrierefreiheit, Registrierkassen, Nichtraucherschutz, zu hohe Gebühren, Allergenverordnung und ganz aktuell: die Fleischkennzeichnung in der Speisekarte.

Neben den Allergenvermerken müsste dann künftig neben dem Wiener Schnitzel noch stehen, ob das Fleisch aus Österreich stammt – oder eben nicht. Für die Konsumenten sei die Frage der Herkunft schließlich immer wichtiger geworden, dem – und der Forderung der Landwirte selbst – müsse man Rechnung tragen.

Im Monatstakt würden neue Änderungen auf sie zukommen, klagen die Stimmen der Gastronomie einheitlich. Die Kommentatoren unter dem Foto sind sich ebenfalls einig: Es sei unglaublich, wie Wien zu Tode geregelt werde, in anderen Bundeshauptstädten sei das Öffnen sehr wohl erlaubt, und überhaupt würden die Gastronomen in einer Tour gequält.

Peter Dobcak, Obmann der Gastronomie in der Wiener Wirtschaftskammer, blickt ins Jahr 2018, wenn das generelle Rauchverbot in Kraft getreten sein wird. „Was wird sich dann abspielen auf der Straße? Dann stehen ja noch mehr Leute draußen, da kann der Schanigarten schon lange zugesperrt haben.“

Ein Blick in die Zukunft lohnt sich auch in Sachen Speisekarte. Vielleicht etwa so?

Weiter andenken könnte man natürlich auch das Herzinfarktrisiko, ob es Unterbrechungen in der Kühlkette gegeben hat, ob das Schwein glücklich war, und selbstverständlich den passenden Instagram-Filter. „Hefe“ böte sich da etwa an.