APA/HARALD SCHNEIDER

Bundespräsidentenwahl

12 Zitate zum Zerfall der Volksparteien

von Lukas Sustala / 25.04.2016

Der erste Wahlgang der Bundespräsidentenwahl ist geschlagen, und die politisch jahrzehntelang stabile Verbindung von SPÖ und ÖVP scheint zerschlagen. Auch wenn es eine Persönlichkeitswahl war, wurde doch ein politisches System – jener Filz aus Rot und Schwarz – abgewählt.

Heute wurde Geschichte geschrieben.

Heinz-Christian Strache, FPÖ-Klubobmann

Österreich hat die Nase gestrichen voll vom rot-schwarzen Machtkartell.

Matthias Strolz, NEOS-Klubobmann

Gevierteilt.

Politologe Peter Filzmaier über das Abschneiden der Großen Koalition

Auch die wichtigsten handelnden Akteure dieser Republik – die Landeshauptleute – orten ein parteipolitisches Systemversagen:

Das ist ein Debakel, da brauchen wir gar nicht reden. Das ist sicherlich etwas, was weit über eine Personaldiskussion hinausgeht oder weit über eine Diskussion über Politikverdrossenheit hinausgeht. Wir müssen heute davon ausgehen, dass es eine ziemlich massive Systemverdrossenheit gibt. Und dem muss man sich ganz ernsthaft widmen.

Michael Häupl, Wiener Bürgermeister, SPÖ

Das Ergebnis ist eine schallende Ohrfeige, nicht nur für Politik, sondern auch für die Meinungsforschung und jene Medien, die sich ihrer bedient haben. Das Ergebnis ist aber auch Folge von mittlerweile acht Jahren Faymann-Politik. Eine Politik des Verschleppens, des Verzögerns und des Wegduckens.

(Eine) schmerzliche Niederlage und allerletztes Alarmsignal für die Regierung.

Hermann Schützenhöfer, Landeshauptmann Steiermark, ÖVP

Die Frage ist nur, ob man jetzt zur rot-schwarzen Regierungspolitik Rien ne va plus sagen darf.

Nicht alles durchzuwinken, nicht alles zu dulden, was vonseiten der Regierung gegen die Interessen der Bevölkerung gemacht wird, und auch für Volksabstimmungen einzutreten.

Heinz-Christian Strache zum Amtsverständnis von FPÖ-Kandidat Norbert Hofer

So fängt in den Großparteien das erwartbare Kräftemessen und Messerwetzen an:

Werner Faymann kann nicht so tun, als hätte dies alles nichts mit ihm zu tun, weil er ja nicht zur Wahl gestanden sei. Diese Niederlage hat sehr viel mit der Regierungspolitik zu tun. Es hat sich wieder einmal bewahrheitet, dass die Wähler den Schmied wählen und nicht den Schmiedl.

Brigitte Ederer, Ex-Siemens-Managerin und frühere SPÖ-Spitzenpolitikerin

Doch nicht alle Vertreter der einstigen Großparteien suchen die Schuld bei sich, sondern lieber bei Meinungsforschern oder der veröffentlichten Meinung:

Andreas Khol hat nie eine faire Chance bekommen in diesem Wahlkampf.

Reinhold Lopatka, ÖVP-Klubobmann

Das ist sicher ein Ergebnis, an dem wir noch lange kiefeln werden. … Wahrscheinlich hat die Polarisierung für die Kandidaten der Mitte, wie es Rudolf Hundstorfer war, wenig Chancen gelassen.

Andreas Schieder, SPÖ-Klubobmann

Das amtierende Spitzenpersonal gibt jedenfalls Durchhalteparolen aus:

Ich spüre eine sehr breite und starke Unterstützung.

Ich gehe davon aus, dass wir personell gut aufgestellt sind.