APA/ERWIN SCHERIAU

Sonderbriefing

Bundespräsident? Bitte warten

von Georg Renner / 22.05.2016

Es wird bis Montagnachmittag dauern, bis wir wissen, wer Heinz Fischer am 8. Juli als Bundespräsident nachfolgt.

Die Auszählung von 3.876.942 am Sonntag in den Wahllokalen abgegebenen Stimmen hat folgendes Ergebnis gebracht: Norbert Hofer liegt mit 1.937.863 Stimmen 144.006 Stimmen vor Alexander Van der Bellen. Das entspricht einem Ergebnis von 51,9 zu 48,1 Prozent für den FPÖ-Kandidaten.

Allerdings rechnen alle Prognostiker damit, dass bei den Briefwahlstimmen, die erst am Montag ausgezählt werden, Van der Bellen signifikant vor Hofer liegen wird – und weil diesmal mit fast 900.000 Briefwahlkarten so viele wie nie zuvor ausgegeben worden sind, hat der grüne Kandidat intakte Chancen, Hofer noch zu überholen.

Wie das ausgehen könnte, hängt davon ab, wessen Schätzung man glaubt: Die ARGE Wahlen, die unter anderem für die APA und ATV gearbeitet hat, sieht Hofer vorne:

Der ORF sieht dagegen einen marginalen Vorsprung für Van der Bellen:

Bei beiden handelt es sich nicht um Hochrechnungen – es sind noch keine Briefstimmen ausgezählt, auf deren Basis man agieren könnte, sondern um Schätzungen auf Basis der bisherigen Erfahrungen mit Briefwahlstimmen. Bei beiden Prognosen liegen die Ergebnisse innerhalb der Schwankungsbreite, also ist alles möglich. Ein endgültiges Ergebnis sollte am Montag zwischen 17 und 19 Uhr vorliegen, heißt es aus dem Innenministerium.

Vor Briefwahlstimmen hat Hofer in sämtlichen Bundesländern außer Wien und Vorarlberg mehr Stimmen erhalten als Van der Bellen. Letzterer konnte aber in den Städten punkten, außer Eisenstadt holte er in allen Landeshauptstädten die Mehrheit.

Die Wahlbeteiligung dürfte zum ersten Mal in einer Bundespräsidenten-Stichwahl gegenüber dem ersten Wahlgang gestiegen sein: