GARY CAMERON / Reuters

Kritik an Trump

Der erste Parteikollege wendet sich von Trump ab

von Nina Belz / 03.08.2016

Mit Richard Hanna hat sich erstmals ein Republikaner im Repräsentantenhaus gegen die Wahl von Donald Trump ausgesprochen. Und auch eine gewichtige Geldgeberin der „Grand Old Party“ ruft öffentlich dazu auf, Hillary Clinton zu wählen.

Meg Withman, Konzernchefin bei Hewlett Packard, bezeichnet sich eigentlich als stolze Republikanerin. Doch die Ausgangslage vor den diesjährigen Präsidentenwahlen in den USA hat die 59-Jährige in eine schwierige Lage gebracht. Darüber sprach sie am Dienstagabend – und entsagte dem Kandidaten der Grand Old Party ihre Unterstützung.

„Gefahr für die nationale Sicherheit“

Wählen sei für sie bisher eine einfache Sache gewesen, sagte Withman. Doch in diesem Jahr sei es anders. Nur aus Parteiloyalität für Donald Trump zu stimmen, würde heissen, einen Kandidaten zu unterstützen, der Wut, Missstände, Ausländerfeindlichkeit und Rassentrennung ausnutze, sagte Withman. Deshalb unterstütze sie in diesem Jahr die Demokraten. Hillary Clinton wird also auch Nutzniesserin der grossen finanziellen Beträge werden, die Withman in den vergangenen Jahren traditionellerweise ihrer Partei hatte zukommen lassen.

Ähnlich wie zuvor Präsident Obama drückte Withman ihre Zweifel an den Fähigkeiten Donald Trumps aus, als Präsident der Vereinigten Staaten einen guten Job zu machen. Trump habe zu entscheidenden Themen wie Einwanderung, Wirtschaft und Aussenpolitik rücksichtslose und uninformierte Positionen von sich gegeben. Das zeige, dass er nicht die politische Tiefgründigkeit und Urteilsfähigkeit habe, die ein Präsident benötige. So bringe er schliesslich die nationale Sicherheit in Gefahr, sagte Withman.

Wählt Clinton!

Die Ablehnung Trumps verband Withman mit einem Plädoyer für die Kandidatin der Demokraten. Hillary Clinton sei mit ihrem Temperament und ihrer internationalen Erfahrung die bessere Kandidatin, sagte Withman. Sie werde die Partei zwar nicht verlassen. Aber sie fordere alle ihre Parteikollegen auf, ebenfalls Clinton ihre Stimme zu geben.

Withman ist nicht die erste gewichtige Unterstützerin, die den Republikanern in diesem Jahr die finanzielle Unterstützung entzieht. Allerdings gilt sie in der Partei als sehr einflussreich.

Unfähig für das Amt

Noch bevor Withman Trump ihre Unterstützung versagte, hat auch Richard Hanna dem Kandidaten seiner Partei öffentlich die Unterstützung verweigert. Der Republikaner Hanna, der seit drei Legislaturen für den Teilstaat New York im Kongress sitzt, tritt bei dieser Wahl zwar nicht wieder an. Er ist aber der erste Vertreter der Republikaner im Repräsentantenhaus, der sich auf die Seite der Demokraten schlägt. Hanna begründete seine Entscheidung mit Trumps Kommentar gegenüber der Familie eines im Irak gefallenen amerikanischen Soldaten. „Ich war fassungslos über die Kaltschnäuzigkeit seiner Aussage“, sagte Hanna in einem Interview. Er stimme zwar mit Hillary Clinton in vielen Themen nicht überein. Doch Trump sei eine nationale Peinlichkeit und für das Amt nicht geeignet.

Obama appelliert an die Republikaner

Am Dienstag hatte auch Barack Obama Trump für seine Bemerkungen gegenüber der Familie des gefallenen Soldaten abermals scharf kritisiert. Er bezeichnete diesen als „ungeeignet“ für das höchste Staatsamt, da er sich mehr als gelegentliche Ausrutscher leiste, sagte Obama am Dienstag. Er rief dabei explizit führende Politiker der Republikaner auf, Trump nicht zu wählen. „Es muss ein Punkt kommen, an dem man sagt: ,genug‘“, sagte Obama.