Carlo Allegri / Reuters

Rebellion gegen Trump gescheitert

von PEWI / 17.07.2016

Die „Never Trump“-Bewegung hat sich im Vorfeld des Wahlkonvents in Cleveland als Papiertiger erwiesen.

Der Versuch, Donald Trump die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Republikanischen Partei kurz vor dem Wahlkonvent in Cleveland noch streitig zu machen, ist gescheitert. Die Trump-Gegner, die sich in der Bewegung „Never Trump“ vereinigten, hatten versucht, in der zuständigen Kommission des Konvents die Regeln zu ändern – ein letzter Versuch, den in grossen Teilen der Partei so unbeliebten Kandidaten doch noch zu stoppen.

Die 2472 Delegierten, die ab Montag am republikanischen Parteikonvent tagen, hätten dann bei der Wahl des Kandidaten nach ihrem Gewissen stimmen können, statt durch die Resultate der Vorwahlen in ihren Heimatstaaten gebunden zu sein. Doch die Rebellen blitzten am Donnerstagabend mit sämtlichen Vorstössen ab.

Rein theoretisch könnten die Trump-Gegner noch versuchen, am Montag an der ersten Sitzung der Delegierten im Plenum eine Petition einzureichen, die das gleiche Ziel verfolgt. Dazu müssten sie aber einen Viertel der 112 Mitglieder der Regelkommission hinter ihr Vorhaben scharen können.

Am Donnerstagabend konnte die Anführerin der Trump-Gegner, eine Lehrerin aus Colorado mit dem treffenden Namen Kendal Unruh, lediglich 23 statt der benötigten 28 Unterschriften vorweisen.

Angesichts der wuchtigen Breitseiten der Trump-Anhänger und der Vertreter des Partei-Establishments, die um die Einheit der Grand Old Party fürchten, scheint es sehr unwahrscheinlich, dass Unruh die fehlenden Stimmen zusammenbringen kann, um die Rebellion nochmals zum Leben zu erwecken.

Dies um so mehr, als selbst Kritiker des New Yorker Immobilienmoguls und Selbstvermarkters der Idee nichts abgewinnen können, die rund 13 Millionen Stimmen für Trump in den republikanischen Vorwahlen nun einfach abzuschreiben.