Scott Applewhite / Keystone

Parteitag

Republikaner nominieren Trump offiziell

von Peter Winkler / 20.07.2016

Die Republikanische Partei hat den New Yorker Reality-TV-Star auf ihrem Parteitag in Cleveland mit klarer Mehrheit zu ihrem Präsidentschaftskandidaten erkoren.

Donald Trump ist am Dienstagabend in Cleveland formell zum Kandidaten der Republikaner für die amerikanische Präsidentschaftswahl im November gekürt worden. In einer geschickten Choreografie verkündete sein Sohn Donald, sein ältestes Kind, kurz nach 19 Uhr (Ortszeit) das Ergebnis der Vorwahl aus New York für die Delegation seines Heimatstaats und hob Donald Senior damit über die Schwelle der benötigten 1237 Stimmen. Er erhielt zum Schluss 1725 Stimmen, vor dem texanischen Senator Ted Cruz mit 475, Gouverneur John Kasich aus Ohio mit 120 und Senator Marco Rubio aus Florida mit 114 Stimmen.

Kinder in der Hauptrolle

Donald Junior bestach später auch mit einer überzeugenden Rede, in der er nicht nur die Vorzüge seines Vaters pries. Er lieferte vielmehr auch eine Lagebeurteilung zum Zustand Amerikas ab, die bei manchen Kommentatoren die bange Frage aufkommen liess, warum sein Vater der Republikanischen Partei eine derart schlüssige Rede bisher schuldig geblieben ist. Vor Donald Junior hatte Trumps Tochter Tiffany, die bisher nicht in Erscheinung getreten war, den Kandidaten als fürsorglichen und stets aufmunternden Vater präsentiert.

Der Gouverneur Chris Christie aus New Jersey, ein ehemaliger Staatsanwalt, inszenierte eine Art Fernsehgericht zu Hillary Clinton, indem er besonders ihre Widersprüche und Lügen in der E-Mail-Affäre und in der Bewältigung des Terrorangriffs von Benghasi auflistete. Das Publikum machte begeistert mit und erklärte Clinton nicht nur unzählige Mal für schuldig, sondern rief auch immer wieder „Sperrt sie ein!“

Establishment schwenkt ein

Der Speaker des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, legte den Schwerpunkt seiner Rede auf seine konservative Agenda und erwähnte den Namen des Kandidaten auffallend spärlich. Er rief die Partei jedoch eindringlich zur Einigkeit hinter Trump auf, um im Herbst gegen Clinton bestehen zu können.